Hirschaid / Jahnhalle -"Winterbreath Festival" - 07.01.2012
+ u.a. Hatred, Neaera, Ebola, Tankard, Goregonzola,uvm.

Ich schreibe nur über den Samstag, da ich den Freitag nicht mit erleben durfte. Wir (Claudia und Frank begleiteten mich) erreichen den Parkplatz der Halle in Hirschaid. Das gewohnte Bild: Trinkende, lachende, stolpernde, redende Metalfans vor der Halle. Ich bahne mir mit meinen Koffern bepackt meinen Weg durch die Massen (es war richtig gut was los) und erreiche irgendwann nach dem zwanzigsten "äh, tschuldigung, ich...ja, dass ist eine Gitarre und, nein, du darfst nich spielen...ich...ja...Danke" den Gemeinschafts-Backstage im Keller. Im selbigen stehen Musiker. Einer davon hat ein rot verschmiertes Gesicht (Blut? Malkasten?) und schaut düster zwischen den langen Haaren drein. Genau mein Typ zum laabern denke ich mir und frage ihn ob ich ein Bier haben kann. Er lacht sofort los und wir Smalltalken uns durch die nächsten Minuten. Irgendwann rücken alle ab und ich gehe in den Saal hoch. Überall Gedränge und Stimmung. Schön! So treffe ich viele Bekannte und Kumpels, man redet über dies und das. Claudia hat Geburtstag, ich spendiere ihr zwei Asbach Cola, verschütte die Hälfte auf dem Weg zurück und nehme Frank die Möglichkeit seiner Freundin als erstes zum Geburtstag zu Gratullieren, weil ich 5 Sekunden vor 24 Uhr auf Claudia zustürme und sie umarme. Ungeschick bin ich ja schon immer gewesen... ;-). Es spielen diverse Bands, ich erinnere mich nur noch an Tankard (die vor uns die letzte Band waren). Die waren - na ja - halt wie immer. Irgendwo zwischen cool und nervig. Der Schlagzeuger trichterte einen - für eine Band die dem Bier in diesem Ausmaß die letzten dreißig Jahre gehuldigt hat, wohl ein Muss. Er setzt an, der Trichter schnellt in die Höhe. Okay, war nicht schlecht, dass habe ich aber auch schon schneller gesehen. Tankard hatte sich aufgrund eines vorhergehenden kompletten Stromausfalsl (war so klar) brutal verspätet, die Running Order (bzw. die Spielzeiten) waren massiv nach hinten verschoben. Wie immer halt. Wir wussten was das bedeutet: Unsere eigene Spielzeit (für die Band die den Rausschmeisser-Job hat) wird gnadenlos zusammengestrichen. Und so wird dieser Tagebucheintrag auch sehr kurz. Wir spielten nämlich genau 6 Songs. Danach war Schluss. Licht an - alle raus aus dem Saal. War ja so klar... Beim Hinausgehen/verlassen der Halle noch Knecht getroffen, der mir eröffnete dass er demnächst in den Hafen der Ehe einlaufen werde. Er erläuterte mir noch einige Details und ich bestärkte ihn in dem ein oder anderen. Ein kurzer Abend den man rückblickend nicht bewerten kann. Weder Fisch noch Fleisch, weder Hansa noch Pils, weder lustig oder langweilig. Irgendwie seltsam...

 

Hausen / Sportplatzhalle - 14.01.2012
+ Fragmentory

Ich machs kurz: Fragmentory bügeln alles nieder (geil wie immer), wir schaffen es nicht das Publikum zu animieren oder dazu zu bewegen vor die Bühne zu kommen oder Spaß zu haben. Der mit angereiste Ewald (aka Evil oder Gewalt) ausgenommen. Das sind die Abende an denen man sich fragt, was man eigentlich falsch macht. Gespielt haben wir durchweg passabel an dem Abend. So lass ich das jetzt auch einfach mal hier stehen. Ade...

Breitenlesau / Tanzcenter Krug - 24.03.2012

Im Spätherbst unserer Band-Bühnenpräsenz, ereignen sich doch tatsächlich immer noch Dinge, von denen man nicht geglaubt hätte, sie zu erleben. Reaktionen, Einstellungen oder auch nur kurze Momente die einen die rechte (wahlweise auch linke) Augenbraue hochziehen lassen - verwundert über das was man gerade erfährt oder sieht. 
19.45 Uhr: Ich erreiche nach gefühlten 8 Stunden Anfahrt (über Stock und Stein) Breitenlesau. Vor dem Eingang stehen schon meine Kollegen, rauchen und trinken Bier. Ich war zu spät - so um die deutliche eine Stunde zu spät. Aber - und ehrlich gesagt hatte ich darauf  spekuliert - es hatte sich meine Erfahrung erneut bewahrheitet: Wenn der Techniker sagt "Ey, ihr müsst fei mindestens um 18 Uhr da sein, weil halt und Zeuch..", dann kann man getrost 1 1/2 Stunden später kommen - der Zeitplan für den Soundcheck is eh immer fürn Arsch. Mein Gefühl sollte nicht falsch gewesen sein und ich war froh nicht der Arsch zu sein, auf den alle warten mussten (weil ein bischn Unsicher is man dann halt doch). Ich baue auf, erfahre von Jonas das er jetzt in einer Glam-Sleaze-Hard-Rock-mit-80er-Einflüssen-geprägten Band spielt und dem Thrash-Metal abgeschworen hat (letzteres weiss ich nicht, hab ich jetzt mal so erfunden). Kommt das echt grad wieder? Das ganze Axl Rose, Motley & Europe Gepose? Versteht mich nicht falsch: Ich vereehre die Gunners.... Aber echt jetzt? Find ich schon trotzdem cool irgendwie. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich baue auf, zieh mir ein Bier (hat die Brauerei deutlich mehr Rauch in ihr Bier gepackt als die Jahre zuvor, kann das sein? Schmeckt ja fast schon wie das Schlenkerla *abbeiß*) und esse ein Monster Schnitzel das mit irgendwann quer unten ankam. Und dann näherten wir uns der magischen Zeit (so eine viertel Stunde vor Konzertbeginn). Wie sind die Zuschauerzahlen? Antwort: Der Saal war mehr oder weniger leer... Super. Geil. Tolle Wurst. Justice, parallel in Gunzendorf spielend zogen wohl doch mehr Leute als vermutet (am Ende der folgenden Woche erfuhr ich, dass die Leute bis ca. 24 Uhr Schlange anstanden). Die Anzahl an Leuten verbesserte sich zwar mit jeder Spielminute, war jedoch weit weg von einem "überfüllten Saal". Dennoch - und hier geht der Daumen hoch an die Anwesenden Leute - war die Stimmung durchgängig top. Der Abend - je länger er dauerte - lief zusehends aus dem Ruder und wurden immer seltsamer. Jan, der direkt aus dem Italienurlaub (wohl zu viel Apres- und zu wenig Ski) gekommen war, war mehr physisch als psychisch anwesend und hatte deutliche Erüdungserscheinungen. Carsten hatte durchgängig technische Schwierigkeiten mit seinem Amp (Brummgeräusche). Der Rest inklusive mir spielte stellenweise ganz schön nen Rotz runter. Die Nachbesprechung die Woche darauf im Proberaum brachte so einige Aussetzer zu Tage. Und ich? Ich fand den Abend so richtig gut, hatte dennoch meinen Spaß. Dani, der mit "Onkel" Stefan angereist war, sang mal wieder (mega-cool!) Sepultura Refuse und Territory, das Publikum sang "Durstige Männer" in einer "off-Beat-Version" mit und vor der Bühne gab es Lesben-Aktion. Okay, das muss ich wohl näher erklären. Es gibt Momente auf der Bühne - ja, und ich gebe es jetzt und hier öffentlich zu - da denkt man nicht an Musik oder konzentriert sich ausschließlich auf den siebzehntel Takt, sondern denkt an den Einkaufszettel von morgen oder beobachtet den Saal und die umliegenden Leute. Letzteres tat ich und hatte irgendwann ein Dreiergespann (männlich, weiblich, weiblich) vor mir am Bühnenrand stehen. Mädel knutscht mit Typ - alles klar - ein Pärchen. Nach ein bis zwei Stunden is wohl der Typ wieder out, und sie hampelt mit ner anderen vor mir rum. Stil: Antörnender Vamp-Dance mit eng umschlungendem herumgewinde (aneinander und umeinander her). Ich ziehe das erste mal die Augenbraue hoch - das ganze sah zu seltsam aus. Es steigerte sich zusehends, bis sie es wohl nicht mehr aushielten und sich die Zungen in den Hals steckten. Ich ziehe zum zweiten mal die Augenbraue hoch, muss das Grinsen anfangen. Der Typ steht daneben, ich bemerke das er nicht weiß wie er mit der Situation umgehen soll. Weitere unsichere 3 Minuten verlässt er den Saal im Stampfschritt. Ich grinse nicht mehr, jetzt lache ich. Super Show... Die Show (also jetzt wieder unsere) läuft weiter holprig und mehr schlecht als Recht. Das merkt aber wohl keiner ausser uns. Hotte ist gerade voll in Fahrt, wir zocken die harten Sachen. Plötzlich regnet es von oben etwas auf mich. Nicht flüssig - eher etwas festes. Ich schaue nach oben und unten und entdecke auf mir, meinen Equipment überall Glasssplitter. Vor mir liegt eine durchbrochene Neonröhre. Ich schaue mich verwundert um und sehe in Hottes Augen die mich weit aufgerissen anstarren. Sein Mund stand offen und er blickte mich verdutzt an. Ihm war Sekunden zuvor das Microfon in einer ausholenden Moshbewegung aus der Hand gerutscht und (ungelogen!) vom Boden aus an die Decke geprallt. Nur blöd das die Röhre im Weg war. Wird ja doch noch richtig gefährlich bei uns... Na ja... So spielen wir uns in die Nähe des stillen Feiertages und es kommt wie es kommenden musstet: Der Veranstalter kürzt uns das letzte Set und sagt "Letzter Song!". Das ist Hotte wohl einmal zu oft in letzter Zeit passiert. Er haut stinksauer sein Mikro auf das Schlagzeugpodest und geht. Martin singt den letzten Song (den das Publikum von ihm gefordert hatte). Im Backstage schreien sich nach dem Konzert nun alle gegenseitig an. Ich bin nicht dabei, weil ich meinen Krempel abbauen höre aber alles als ob mich mittendrin wäre. Ich wundere mich nur über die Reaktionen. Wilde Adrenalin gesteuerte  Disskusionen über falsche Setgestaltung und warum immer und überhaupt und genau deswegen weil... Nach ca. zwanzig Minuten hatten sich alle wieder abgeregt und wir konnten wieder gemeinsam ein Bier trinken. Aber is schon echt ärgerlich, wenn wir ständig nicht fertig werden mit unserer Songauswahl (weil ein Veranstalter uns zwingt aufzuhören - oder letztes Jahr auch schon geschehen, den Strom abschaltet). Na ja... Niedlich: Während ich abbauen, kommt ein kleines Mädel zu mir rübergesteuert und fragt mich nach meinem Namen. Ich sage ihn ihr, gebe ich freundlich die Hand dazu und sie schwebt davon und kichert mit ihren Freundinnen. Süss... Ich mache aufgrund von massiven Umbauarbeiten an meinem Haus den nächsten Tag vorzeitig die Fliege und düse durch die fränksiche Nacht Richtung Heimat. Der Abend ist wohl definitv als "durchwachsen" abzumarken. Seltsam aber doch cool (irgendwie). Lets see how far we come! (läuft grad während ich schreibe im Internetradio) - passt gut als Abschlussatz, da das  schon immer mein persönliches und und wohl auch das Motte von Hirschleder war... Machts gut ihr elendigen langhaarigen Mosher!

Gunzendorf / Tanzaplast - 13.04.2012 

Gunzendorf, was war das denn? Nach unseren letzten Konzerten war das definitiv mein persönliches Highlight für das angefange Jahr 2012. Also so viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. Angefangen von der absoluten Begeisterungsfähigkeit der Zuschauer was ich festmachte an laut schallende Chorgesänge, spontane Tanzeinlagen oder derber Pogo fast eine ganze Runde (!) hindurch. Hammerhart, ehrlich.. Lag es an den Frühlingsfefühlen oder anderen Substanzen im Hirn oder der Leber, alter Schwede brachial. Trotz desse, dass der Abend mit einem Verpflegungs-Desaster begann: Der Koch hatte "verschlafen" (bzw. wurde nicht informiert dass heute gekocht werden muss für die Hörschn-Buben). Als dann doch noch der Ofen geheizt wurde, spielte wir bereits unsere Songs... Auch - für manch einen der dran glauben mag - lag es vielleicht am dreizehnten Freitag den wir im Kalender stehen hatten. Auch Jan vergaß den Karton mit unseren Hirschleder-Shirts (bzw. dem gesamten Merchandising). Spontan den Dani-Banani angerufen, welcher den Karton dann später am Abend noch vorbeibrachte. Das nebenbei: Dani intonierte im Rahmen seines Gastauftrittes - wie schon in Breitenlesau die Woche zuvor - brilliant Sepultura. Auch wenn er sich gegen Ende des Abends - es lag wohl am guten Bier in Gunzi - fast nicht mehr vom Mikro trennen mochte). Mehrfach sprang er auf die Bühne und grunzte spontan ein bis zwei "Töne" mit dazu... Sehr lustig. Sein Kommentar danach: "Ey, ich feier seit einer Woche meinen Geburttstag, ich darf das!". Logens... *lach*. Gastauftritte waren eh viel an der Zahl an diesem Abend: Klaus von Schlachtschüssel, Pfanni (Kumpel von Martin), ein Lederhut (der mehrfach vom Bühnenrand hochgereicht wurde und  auf allen unseren Köpfen platziert wurde) oder halt eben der Dani. Auch krass: Vor der Bühne an meiner Seite wird ein Mädel volle Kanne ausgeknockt. Sie stand wohl unachtsam am Pogokreis und bekommt einen umherfliegenden Headbanger direkt  auf die Zwölf. Bewusstlos wurde sie weggetragen. Ich hoffe ihr gehts wieder gut (ich konnte zu mindestens nichts Gegenteiliges in Erfahrung bringen). Ich war auf fast davor den aktuellen Song abzubrechen, so krass hat das ausgesehen. Puh... Nochmal zurück zur Geilheit und überhaupt:  Ich hab selten eine so geile erste und zweite Runde erlebt. Ich war tatsächlich so was von dermaßen in der Musik drin und bei der Sache dabei, dass ich wie ein zwanzigjähriger Gummiball auf der Bühne rumgehüpft bin. Das bezahlte ich zwar mit Genick- und Kopfschmerzen am nächsten Tag - aber das war es mir wert. Kultig: Jan hat seinen eigenen Fanclub an diesem Abend dabei. Die "Gräfenberger" (es waren nicht nur solche dabei) hatten den Discobus genommen und waren nach Gunzi gekommen um Jan hochleben zu lassen. Mehrfach, bei Ansagen von Jan oder wenn er sang, ließen sie ihn lautstark hochleben und sangen Fussbalchöre über ihn. Superwitzig. Auch, wenn nicht noch witziger: 11.Klasse Gymnasium trifft auf  Mosherkultur. Im Loyds (die Disse nebenan in Gunzendorf) fand parallel an diesem Abend eine Gymnasiums-Party (Abschluss? Kein Plan...) statt. Alle so um die 17 Jährchen alt. In unseren Rundenpausen bumperte der Bass der Disco-Mucke rüber zu uns. Im Laufe des Abends verliefen  sich tatsächlich ein paar Teenager rüber in den Saal (war es die Neugierde?) und ich musste mehrfach lachen über die verstörten Gesichter mancher  (meist) Mädels die wohl zum ersten Mal einen Headbanger/Mosher/Metaller oder einen Pogokreis sahen. Lange hielten sie es meist nicht aus... Auch immer wieder schön: Ewald vor der Bühne (er steht meistens bei mir rum). Sei es, dass er versucht Fotos zu machen, dabei sein Bier verschüttet oder sich wie ein Schnitzel über Songs freut. Sogar ein Anmachversuch eines Mädels (war das einer - also ein Anmachversuch) kontert er geschickt mit absoluter Betrunkenheit *lach*. Nix für ungut, hat aber - sofern sie ihn angebaggert hat (was ich nicht genau identifizierenn konnte) dann ist der kurze aber dezent abweisende Grinser, das sofortige Umdrehen und er anschließende Griff zum Weizenglas gepaart mit direkt anschließendem weiter Moshen schon witzig anzusehen gewesen. ;-). Am Schluß wäre es dann doch noch fast eskaliert, als so ein Typ mich so lange mit seinem ultra-betrunkenen Geseire nervt, bis aus seinem Mund das Wort "Arschloch" mir gegenüber fällt. Nachdem er dann auch noch zu mir und Michel (der gerade sein Schlagzeug abbaute) wankte und Equipment und Gitarren fast umstolperte, hätte es eskalieren können. Ich forderte ihn bestimmt und mit körperlichen Nachdruck auf, die Bühne zu verlassen. Ich war wohl überzeugend, da er mir (oder uns) nicht mehr blöd kam danach und andere nervte. Was soll ich sonst noch erzählen? Mein Resumee dieses Abends: Ich will auf keinen Fall mehr jünger als 30 Jahre sein. Das ganze Kiddie-Gehopse und "ich-muss-mir-und-anderen-was-beweisen-und-cool-daherlaabern" in der  Disco nebenan (bzw. was ich im Garten hinten beim Einladen meines Autos wahrnehmen musste) , war nur noch peinlich mit anzusehen. Da bin ich doch lieber alt und entspannt... Und das beste am Schluss: Meine Tochter war auch schon an diesem Abend mit anwesend. Mega...Rock & Mosh!